Der Pfau ist wohl mit Abstand einer der beeindruckendsten Vertreter aus der Gattung der Hühnervögel. Trotz seiner Größe
(Hahn: ca. 4,5 - 6 kg, 1 m hoch, über 2 m lang
Henne: ca. 3 - 4 kg, allgemein etwas zierlicher)
handelt es sich um einen flugfähigen Vogel. Sie fliegen allerdings meist nur in Panik oder zum Ausruhen und Schlafen bis in die höchsten Bäume auf. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in Indien. Mittlerweile ist er wohl überall auf der Welt zu finden. Sei es in Zoologischen Gärten, Tierparks oder in Privathaltung. Pfauen ernähren sich überwiegend pfanzlich, fressen aber auch gerne Insekten und kleine Reptilien. Vor allem die Tatsache, dass sie auch kleinere Schlangen fressen, hat sie bei der Bevölkerung in ihrer Heimat sehr beliebt gemacht. Daher kommt es oft vor, dass sie keinerlei Scheu vor dem Menschen zeigen und mitunter mitten in den Dörfern anzutreffen sind.
Sie leben dort ähnlich wie andere Hühnervögel in Familienverbänden, bestehend aus einem Hahn und mehreren Hennen, sowie deren Nachwuchs. Geschlechtsreif sind Pfauen nach zwei, meist jedoch nach drei Jahren. Die Brutzeit beträgt etwa 28 Tage. Die Küken wachsen eher langsam und sind ähnlich empfindlich wie junge Puten. Pfauen können ein Alter von über 20 Jahren erreichen. Sie sind wachsam und warnen mit ihrem lauten "miau" in ihrer Heimat auch andere Tiere vor drohender Gefahr. Auch vor Unwetter sollen sie warnen. So deuten die Menschen in Indien seinen Ruf "minh-ao" was soviel heissen soll wie "der Regen kommt".
In Europa werden Pfauen vor allem als Ziergeflügel seit Jahrhunderten geschätzt. Im alten Ägypten und bei dem Römern dienten sie zusätzlich auch als Fleischlieferant, was sich hierzulande nicht durchgesetzt hat.

Heute gibt es eine Vielzahl an Farbmutationen. Zu den wohl bekanntesten zählen der weiße, der gescheckte und der Schwarzflügelpfau. Da wir diesen selbst halten gehen wir etwas näher darauf ein. Im nebenstehenden Bild ist gut der farbliche Unterschied zwischen dem blauen Pfau (oben) und dem Schwarzflügelpfau (unten) zu erkennen. Während die Schulter des blauen Pfaus gesperbert ist, ist diese beim Schwarzflügelpfau wie der Name schon sagt samtig schwarz und schimmert im Licht grünlich. Die Henne des Schwarzflügelpfaus ist überwiegend creme-weiss. Als Küken sind beide Geschlechter weiss bzw. gelb. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Schwarzflügelpfau insgesamt etwas kräftiger, robuster und schnellwüchsiger sein soll als andere Farbmutationen. Vielleicht wirken die Küken aufgrund ihrer hellen Farbe etwas größer und kräftiger als die naturfarbenen. Ausgewachsen kann ich da keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Farbschlägen feststellen.
Der Ährenträgerpfau, auch grüner Pfau genannt, ist ebenfalls sehr bekannt. Er ist eng verwandt mit dem blauen Pfau und sogar mit diesem kreuzbar. Aus dieser Paarung geht der sogenannte Spaldingpfau hervor.
Zu den "neueren" bzw. noch weniger bekannten Farbvarianten zählen zum Beispiel:
bronze, cameo, charcoal, opal, pfirsich, violett und der Mitternachtspfau. Auch eine Kombination aus den verschiedenen Mutationen ist möglich. Ebenso gibt es mittlerweile auch sogenannte "weißaugen", bei denen das Innere des auf der Feder abgebildeten Auges nicht schwarz sondern weiß ist.

Etwa 1990 fing die Pfauenhaltung bei uns an. Zunächst hatten wir ein Paar in reiner Volierenhaltung. Dies war auf Dauer aber einfach zu klein für die Tiere. Freigang sollte es sein. Doch was anfangs gut klappte, fand nach kurzer Zeit schon wieder ein jähes Ende als nach einer Familienfeier am Abend der Fuchs vor uns am Stall eingetroffen war. Wir kauften uns ein neues Paar. Dieses war allerdings leider so schreckhaft und scheu, dass man es eigentlich nur mit Fernglas beobachten konnte. Sobald sie einen sahen, waren sie am Horizont verschwunden. Das war nun auch nicht was wir uns vorgestellt hatten. Also kam noch eine zahme Henne dazu. Daraufhin wurden die anderen auch etwas zugänglicher. Doch auch hier war ein weiteres Mal der Fuchs am Ende der Pfauenhaltung beteiligt. Es hatte wohl nicht sein sollen.
Die erneute Pfauenhaltung begann bei uns nach langer Pause im Jahr 2012. Es zogen ein zweijähriger Schwarzflügelhahn, sowie eine gleichaltrige blaue Henne ein. Wir hätten gern eine Schwarzflügelhenne dazu gehabt. Leider war zu dieser Zeit keine zu bekommen. Einige Wochen danach kam noch eine zweite blaue Henne ähnlichen Alters dazu. Diese schien allerdings ständig etwas kränklich. Trotz diverser Behandlungsversuche mussten wir im zeitigen Frühjahr 2013 ihren Verlust beklagen. In der Zwischenzeit hatte sich die andere Henne jedoch zum Brüten hingesetzt. Von den 5 Eiern war eines unbefruchtet und wurde aussortiert. Aus den anderen schlüpften nach 28 Tagen 4 muntere kleine Küken.
Da dies unsere ersten Pfauenküken waren, hatten wir vorab natürlich viel in Büchern und im Internet nachgelesen was man so alles beachten sollte. Unter anderem wurde an mehreren Stellen daraufhingewiesen, dass der Pfauenhahn mitunter sehr kleine Küken töten könnte. Daher hatten wir ihn kurz vor dem Schlupf von der Henne getrennt. So kam er in die Gesellschaft von einigen Perlhühnern, die er schon von früher kannte. Nach etwa 6 Wochen haben wir ihn dann wieder mit der Henne und ihren Küken vergesellschaftet. Alles lief problemlos. Mit dem passenden Futter gab es bei der Kükenaufzucht keinerlei Probleme. Aus den 4 Küken entwickelten sich 3 prächtige Junghähne und eine Henne. Da wir auf der Suche nach einer Schwarzflügelhenne auch nach über einem Jahr noch keinen Erfolg hatten, wurde die junge Henne aufgrund ihrer Spalterbigkeit zunächst einmal behalten.





Für 2015 hatten wir zunächst keinen Nachwuchs geplant. Als wir jedoch feststellten, dass die jüngere spalterbige Henne in ihrem 2. Lebensjahr bereits mit dem Legen begonnen hatte, durfte doch gebrütet werden. Unsere Hoffnungen auf schwarzflügelfarbene Küken waren letztendlich erfolgreich. Von den acht im Juni 2015 geschlüpften Küken waren immerhin zwei dabei.


Außer einem Verlust entwickelte sich der Nachwuchs prächtig. Das Geschlechterverhältnis war allerdings mal wieder recht männerlastig. Bei den sechs blauen Küken waren es vier Hähne und nur zwei Hennen. Der eine Verlust war natürlich eine Henne.
Bei den beiden Schwarzflügelküken war es schwieriger zu erkennen. Man musste sich noch etwas in Geduld üben.
Im Gegensatz zu den blauen Pfauen dauert es beim Schwarzflügel etwas länger bis man die Geschlechter unterscheiden kann. Bei den Halbwüchsigen im nebenstehenden Bild ist es mittlerweile offensichtlich. Im Vordergrund ist ein Hahn zu sehen. Die ersten Schmuckfedern zeigen sich an den Schultern sowie am Hals. Er wird nach und nach immer dunkler. Bald schaut er so aus wie sein Vater im unteren Bild. Das andere Küken, eine Henne, wurde nach und nach immer heller im Gefieder und es sind keine Schmuckfedern zu sehen. Die orangebraunen Schwungfedern können bei den Schwarzflügelpfauen beide Geschlechter tragen.

Im April 2016 kam auch noch ein Neuzugang in die Gruppe. Ein junger weißer Hahn von 2015. Ganz problemlos ist das Vergesellschaften fremder Tiere bei Pfauen leider nicht. Ähnlich wie Hühner und Puten, kann eine bestehende Gruppe sehr aggressiv zu einem neuen Tier sein. Daher sind sie in der Eingewöhnungsphase nur draußen zusammen gewesen. Hier konnte sich "der Neue" besser zurückziehen, wenn es zu arg für ihn wurde. Im Stall hatten wir ihn zunächst mit nur einer Henne in einem gerade freiem Stallabteil mit Sichtkontakt zu anderen untergebracht, damit nicht alle auf ihm rumhacken konnten. Nach ein paar Tagen kam eine zweite Henne dazu. So war er dann nach einer Weile voll in die Gruppe integriert. Draußen war zu beobachten, dass die jüngeren Tiere meist zusammen umherliefen, während die älteren geschlechtsreifen Pfauen an anderer Stelle präsent waren.


2016 hatte sich die Henne etwas Zeit mit der Brut gelassen. Erst legte sie unzählige Eier, so dass man sich schon fragen musste wann sie sich endlich setzt. Dann legte sie auf einmal ein neues Nest an und begann mit mageren 3 Eiern zu brüten. Sie bekam dann noch ein paar von den Eiern aus dem anderen Nest dazu. Letztendlich schlüpften am 15. Juli 5 Küken, die sich gut entwickelten.







2017/18 hatten wir keinen Nachwuchs bei den Pfauen. Die meisten Eier landeten in der Küche. Sei es als Rührei oder in gebackener Form in dem einen oder anderen Kuchen.
2019 kam es zu manch einem Durcheinander bei den Pfauenhennen. Alle hatten sich ein und das selbe Nest ausgesucht und während eine Henne die bereits gelegten Eier bebrütete, setzten sich die anderen immer wieder mit dazu und legten ihre Eier zu den bereits angebrüteten. Aus dem ganzen Chaos schlüpfte dann auch nur ein Küken, ein mittlerweile stattlicher blauer Junghahn.
2020 verlief ähnlich wie das Vorjahr.






