Das Interesse am Geflügel besteht bei uns in der Familie schon länger, wie die nebenstehende Übersichtstafel der Hühnerassen meines Urgroßvaters aus dem Jahr 1900 zeigt. Damals gab es hier auf dem Hof rebhuhnfarbige Italiener, die zu jener Zeit in der Region weit verbreitet waren.
Nachdem wir über die Jahre und Jahrzehnte die verschiedensten Hühnerrassen kennengelernt und gepflegt haben, konnten wir uns leider nie auf eine bestimmte Rasse festlegen. Zum Einen war der Gedanke alte Rassen zu erhalten. Zum Anderen spielte aber auch eine gewisse Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Viele der alten Rassen haben leider ihre besonderen Eigenschaften, die sie früher auszeichneten durch die Ausstellungszucht der heutigen Zeit nahezu gänzlich verloren. Heute kommt es meist leider nur noch darauf an wie das Tier aussieht. Eigenschaften wie Legeleistung, Robustheit, etc. spielen wenn überhaupt eine untergeordnete Rolle. Es würde viel Mühe, Arbeit und Zeit kosten, diese Rassen wieder zu dem zu machen was sie einst waren. Da wir aber genug andere Tiere pflegen und beherbergen, wollen und können wir uns damit nicht näher beschäftigen. Für uns spielt die Wirtschaftlichkeit der Hühner aktuell die größte Rolle. Deswegen halten wir derzeit nur noch wenige verschiedene, aber gut legende Hybridhennen mit einem Rassehahn zusammen. Dazu zählen zum Beispiel die weißen Shaver (weiße Eier), die braunen Warren (braune Eier) und Araucaner-Hybriden (grüne Eier). Somit haben wir mit wenig Futtereinsatz viele verschiedenfarbige Eier und auch durchaus mal eine gute Hühnersuppe. Selbst ziehen wir keine Hühnerküken mehr. Haben wir mal eine Glucke, kann diese Eier anderer Geflügelrassen ausbrüten.
Natürlich kann man sich nun darüber streiten, ob man ein wirtschaftliches aber eventuell unschönes Huhn aus der Geflügelindustrie halten möchte oder ein sicherlich schöneres Rassehuhn, dass anstatt 6-7 Eier in der Woche eben nur phasenweise ein paar Eier legt und dann wieder wochenlang nicht ein einziges. Dafür bleibt aber eine alte Rasse erhalten. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Hätten wir nun keine anderen Tiere und nur Hühner würde ich mich wohl für letzteres entscheiden und einfach mehr Tiere halten. Da wir aber ja genug andere Tiere haben und der Platz auch begrenzt ist, haben wir uns für ersteres entschieden. Nachfolgend unsere Erfahrungen mit Hühnerrassen, die wir in der Vergangenheit gepflegt haben. Andere Halter haben vielleicht andere Erfahrungen gemacht. Das kann ja durchaus sein. Wir können nur unsere eigenen Erfahrungen schildern.
Bei dem Sundheimer Huhn handelt es sich um eine sehr alte und mittlerweile seltene Zweinutzungsrasse, die nach dem was man in Büchern und im Internet liest eine beachtliche Legeleistung und ein gutes Gewicht erreichen soll. 2013/14 legten wir daher unseren Schwerpunkt auf das Sundheimer Huhn.

|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 3 - 3,5 kg Henne: 2 - 2,5 kg |
kommt hin, allerdings brauchen sie relativ lange um das Gewicht zu erreichen |
| Legeleistung: | 220 Eier im ersten Jahr | sie legen für eine alte Rasse wirklich gut, allerdings brauchen sie lange bis sie mit dem Legen beginnen. Die Legeleistung verteilt sich gut über das ganze Jahr, auch im Winter |
| Legereife: | etwa die 26. Woche |
auf jeden Fall später, bei uns gab es das erste Ei in der 35. Woche |
| Eigewicht: | 58 g | eher um die 50 g |
| Bruttrieb: |
nicht erwünscht |
bei uns war keine Glucke dabei |
Unser Fazit zu den Sundheimern fällt positiv aus. Zwar brauchen sie im Vergleich zu anderen Rassen relativ lange bis sie ihr Endgewicht erreichen und mit dem Legen beginnen, aber dann halten sie was sie versprechen. Sie sind ruhig, zutraulich und legen überraschend gut für eine alte Rasse.
Bei den französischen Bresse-Hühnern handelt es sich auch um eine Zweinutzungsrasse. Hier wurde in der Zucht über lange Zeit Wert auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Wichtig für das Äußere sind hauptsächlich die französischen Nationalfarben (roter Kamm, weißes Gefieder und die blauen Beine). Sie erreichen ein gutes Gewicht und eine sehr gute Legeleistung. Außerdem wachsen sie sehr schnell. Nach etwa 1 Jahr sieht man ihnen allerdings an, dass es sich um eine Wirtschaftsrasse handelt. Das Gefieder ist dann meist nicht mehr so glatt und einzelne Tiere können schonmal ziemlich zerrupft erscheinen, wie man es auch von reinen Legehybridhühnern kennt.
|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 2,5 - 3 kg Henne: 2 - 2,5 kg |
besonders in den ersten Lebenswochen sehr schnelles Wachstum, im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Küken wirken sie fast doppelt so groß |
| Legeleistung: | 240 Eier im ersten Jahr | eher etwas weniger, aber durchaus beachtlich (beim Füttern aufpassen, dass die Hennen nicht zu fett werden sonst nimmt die Legeleistung rapide ab) |
| Legereife: | ab der 17. Woche |
bei uns sogar ab der 15. Woche |
| Eigewicht: | 60 g | kommt hin |
| Bruttrieb: |
vorhanden |
bei uns war eine Glucke dabei, die allerdings nicht fest gesessen hat |
Orpington gehören zu den schweren Rassen und haben ein ruhiges zutraulisches Wesen. Die Rasse erreicht ein stattliches Gewicht und wenn man den ausgeprägten Bruttrieb der Hennen bedenkt ist die Legeleistung zufriedenstellend. Vor allem im Winter legen sie unserer Erfahrung nach recht gut.

|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 4 - 4,5 kg Henne: 3 - 3,5kg |
kommt hin, allerdings brauchen sie lange bis das Gewicht erreicht ist |
| Legeleistung: | 160 Eier im ersten Jahr | sicherlich etwas weniger, aufgrund des ausgeprägten Bruttriebes, gute Winterleger |
| Legereife: | 8-9 Monate |
kommt hin, im Schlupfjahr braucht man nicht mit Eiern zu rechnen, erst im Folgejahr |
| Eigewicht: | 53 g | kommt hin |
| Bruttrieb: |
zuverlässig |
sehr ausgeprägt |
Sie brauchen relativ lange bis sie ihr Endgewicht erreichen und fangen erst im Folgejahr mit dem Legen an. Wirtschaftlich ist anders. Allerdings sind sie was das Brüten angeht sehr zuverlässig. Auf Grund ihrer Größe kann man einer Orpington-Glucke auch mehr Eier unterlegen als einer kleineren Henne. Eine Glucke hatte bereits im März 15 Küken und setzte sich später noch einmal hin.

Bei den Italienern handelt es sich um eine alte Rasse, die es mittlerweile in vielen verschiedenen Farbschlägen gibt. Man unterscheidet zudem heute den Wirtschafts- und den Ausstellungstyp. Sie gelten als Legerasse, wobei sie auch was das Fleisch angeht nicht zu unterschätzen sind. Italiener sind in der Regel sehr lebhaft und überfliegen auch gerne jeden Zaun, wenn auf der anderen Seite davon die Futterauswahl besser zu sein scheint. Was die Legeleistung angeht muss man beim Kauf wirklich Glück haben. Je nach Typ. Allerdings sind diese nicht so leicht von einander zu unterscheiden. Wir hatten auch schon Italiener, die kaum Eier gelegt haben und Hennen, die äußerst gute Legeleistungen vorweisen konnten. Problematisch kann das Temperament werden. Gerade die Hähne neigen dazu aggressiv zu werden. Unsere letzten Italienerhähne wurden leider alle mit der Zeit aggressiv gegenüber Menschen, was jedes Mal zu einem leckeren Braten führte.
|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 3 kg Henne: 2,5 kg |
kommt hin |
| Legeleistung: | ca. 200 Eier | kommt hin |
| Legereife: | ab der 20. Woche |
bei uns auch |
| Eigewicht: | 60 g | kommt hin |
| Bruttrieb: |
nicht erwünscht |
kommt hin |


Das Sulmtaler-Huhn ist eine alte und inzwischen seltene Hühnerrasse, die ihren Ursprung in Österreich hat. Sie gilt als Zweinutzungsrasse und liefert sowohl Eier als auch einen guten Fleischansatz. Auffällig ist der Federschopf, der bei der Henne noch ausgeprägter ist als beim Hahn. Im Sommer war die Legeleistung wirklich super, im Winter fällt unser bisheriges Urteil ziemlich schlecht aus. Sie scheinen eine lange Legepause zu machen. Dafür sind sie aber sehr dekorativ.
|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 3-4 kg Henne: 2,5-3,5kg |
kommt hin |
| Legeleistung: | ca. 150 -180 Eier |
Frühling/Sommer sehr gut, im Winter eher schlecht, lange Legepause |
| Legereife: |
da habe ich bislang keine eindeutige Antwort gefunden |
26. Woche bei uns |
| Eigewicht: | 60 g | kommt hin |
| Bruttrieb: |
nicht erwünscht |
kommt hin |

2016/17 hatten die Altsteirer unser Interesse geweckt. Bei ihnen handelt es sich ebenfalls um eine alte und bedrohte Hühnerrasse, die aus der Steiermark stammt. Sie sollen sehr robust und wetterfest sein und sich viel Futter selbst suchen. Sie gehören zu den Legerassen aber liefern auch einen guten Braten. Im Vergleich zu anderen Rassen wachsen sie ganz gut und liegen größentechnisch in einem guten Durchschnitt.
|
laut Rasse- beschreibung: |
tatsächlich: | |
| Körpergewicht: |
Hahn: 2,5 - 3 kg Henne: bis 2,5 kg |
kommt hin, allerdings entwickeln sie sich von der Halbwüchsigkeit bis zur Geschlechtsreife etwas lansamer als andere Rassen |
| Legeleistung: | ca. 180 Eier | kommt in etwa hin |
| Legereife: |
da habe ich bislang keine eindeutige Antwort gefunden |
Die erste Henne begann bei uns mit dem Legen im Alter von 26 Wochen. Für eine relativ leichte Hühnerrasse recht spät, wenn man bedenkt, dass andere Rassen bereits 10 Wochen früher beginnen. |
| Eigewicht: | 55 g | kommt in etwa hin |
| Bruttrieb: |
verschiedene Angaben von mäßig bis ausgeprägt |
bei uns nicht vorhanden |





